"Stille!" - Hinkbein Kelly 2007
Einzig Meeresschwarz umgibt das Schiff.
Das Plankenknarren, sonst Allgegenwart,
den Ton ergeben vor des Windes Macht.
Das Ruder, frei von Zügeln, ergibt sich jeder Welle Schlag
und führt uns wahllos durch Nacht und Tag.
Mein Aug!
Geöffnet, erblickend derer Mondlicht fahler Schein,
der da fällt durch Planken dünner Schlitz.
Mein Ohr!
Vernimmt den stärker werdend Druck des Windes.
Sein Auftrag, mein in Fetzen hängend Segel zu füllen.
Derer Ohrenschlag der mich erweckt.
Doch mehr, so scheint ist sein Begehr,
das Schiff beginnt zu wanken.
Mein Corpus wirft sich hin und her,
die Welt sie ist am schwanken.
Mein Fuß!
Halt fest in dieser Welt!
Trag mich hinauf!
Will auf dem Oberdecke wandeln!
Mich des Neptuns Boten stellen
um um mein Seelenheil zu handeln.
Peitschenhieb um Hieb der Regen schlägt in mein Gesicht.
Festen Fußes Schritt um Schritt
der Bug er weist mein Ziel.
Das Schiff knarrt, kämpft um Gleichgewicht,
doch hält es Oberhalb den Kiel.
„Hör, so hör meine Worte Befehliger der Tiefen.
In den Wind Schrei ich sie, voller Kraft um ihn zu überbieten.
Viele Jahr nu schon bin ich gesegelt, dem Golde hinterher.
Mein Seel' mit Raub aufgewogen.
So nimm deinen Tribut beende Freud und Leid.
Nur nimm es alsbald nach Ruhe es mir dürstet.“
Ein Donnergrollen, Wortgleich,
vom Horizont den Sturm durchdringt.
„Kein Gnad wirst du hier heut erfahren.
Die Einsamkeit für alle Zeit!“
Stille!
Verschwunden jener grimme Sturm, der eben noch mein Leib gepeitscht.
Ich sink hernieder auf Plankengrund.
Mein Mund!
Riefst Wahrheit in die Welt hinaus!
Nur Gnade war nicht für uns bestimmt.
Ach Aug, Ohr, Fußund Mund
ziehen weiter wir auf dem Weltenmeer
in Sehnsucht der Begleichung unseres Lohns.
Der Ewig Fried durch Davy Jones.