"Seefahrtsgrab" - Der Kaptiän 2006

Der Meere Ruh sie liegt da nieder,

gar schmale Lüftchen ab und an.

Die See sie ahnt das Seefahrtsgrab,

welches liegt fern der Sonne Mieder.

Lediglich ein Wolkendunst verlockt,

der Himmelsrichtung West anzusehen.


Zephyros nun aufbegehrt,

die Segel in Kraft und Form erstrahlen.

Der Dunst ergreift uns mehr und mehr,

die Sonne preist keine Wiederkehr.


Welch Getose welch Gemurre,

dem Maat voll Angst die Stimme weicht.

Da sehn wir sie wie immer da gewesen,

der Hölle längst entsprungen.


Rot der Fetzen sehr weit oben,

Gewimmer und Geschrei ertönen,

einer grausig Operette gleich.


Die Kanonen, sie erblicken uns,

des Dämonen Auge gleich.

Sie schneiden die Luft,

zerbersten den Mast.

Gar Leib und Segel reißen.

Haken fliegen,

Seile spannen.

Hacken! Stechen!

Brutal und ungelöst.

Widerstand ist nicht gewollt.

Die Klinge singt,

bis das der letzt Kopf gerollt.


Die Bordwand rot dem Fetzen gleicht.

Sekunden, Stunden, Tage faulen die Kadaver bald.

Der Nebel wie das Schwarze Schiff nun weicht.

Des Meeres Vogel sich erfreut.


Frauen weinen nah dem Hafen,

zu schaffen nasse Gräber.

Den Unsrigen zur Erinnerung,

die See erneut die Segel streicht.